Tadschikistan

8.7. - 21.8.2013

Statistik Tadschikistan

  1. 44 Tage im Land
  2. 20 Nächte in Hotel
  3. 2 Nächte bei Privat
  4. 22 Nächte im Zelt
  5. 19 Tage im Sattel
  6. 1035 km / 11486 hm
  7. Eine Pannen

Auf Tuchfühlung mit den Afghanen

Auf Grund der vielen Krankheiten haben wir einiges an Zeit verloren. Da wir möglichst viel von Tadschikistan sehen wollen, entschliessen wir uns, in Khorog einen Jeep samt Fahrer zu mieten und damit während 4 Tagen die Gegend zu erkunden. Am ersten Tag fahren wir durch das Tal der Könige, genannt Shokh Dara. Landschaftlich unbeschreiblich schön, doch leider spielt das Wetter nicht ganz mit. Am Ende des Tales zwingt uns ein reissender Fluss zur Rückkehr nach Khorog. Eine Flussüberquerung ist schlicht nicht möglich und auch auf der Rückfahrt müssen wir zuerst auf den Bagger warten, welcher uns die Strasse von einer Schlammlawine befreit.

Die Blockade erweist sich aber als Glücksfall. Wir erreichen am Freitag Abend Iskashim. Jeden Samstagmorgen findet auf einer Insel im Fluss Panj im Niemandsland der grenzüberschreitende Markt mit Afghanistan statt. Allerdings war dieser während der letzten sieben Wochen geschlossen. Begründungen gibt es viele, aber wieso genau er nie mehr stattfand, weiss niemand. So sind gemäss den einen die Talibans Schuld, andere sehen die Ursache in einer Typhusepidemie. Für uns spielt es keine Rolle. Als wir am Samstag nämlich zum Markt gehen, heisst es, dass er stattfinde. So öffnen sich plötzlich die Tore und von der afghanischen Seite der Grenze stürmen die Händler schwerbeladen mit der Ware zum Marktplatz. Eine unbeschreibliche Szenerie spielt sich vor unseren Augen ab. Wir sitzen einfach nur da und geniessen den Moment. Riesige Wagen werden von mehreren Personen in Schwerstarbeit über die holprige Piste gezogen und im Nu sind die Verkaufsflächen bereitgestellt.

Wir schlendern durch den Markt und geniessen das exotische Ambiente. Die Afghanen sind unglaublich freundlich und entsprechen dem bei uns vorherrschenden Bild in keiner Weise. Immer wieder kommen wir mit ihnen ins Gespräch und dürfen sie fotografieren. Bald haben wir auch schon die erste Einladung zu einem Afghanen nach Hause. Wir müssen auf Grund des fehlenden Visas ablehnen. Es wäre bestimmt ein spannendes Erlebnis geworden.

Dass die Afghanen auch sehr impulsiv sein können, erleben wir ebenfalls. Zwei Männer schlagen beim Streit um eine Verkaufsfläche aufeinander ein und erst das beherzte Eingreifen der anwesenden Polizei bringt die Fäuste zum Stillstand.

Im Laufe des Morgens erleben wir auch Trauriges. Gleich mit zwei Männern kommen wir ins Gespräch, welche eigentlich in Kabul leben. Sie sitzen nun aber schon seit mehreren Wochen hier im Wakhan-Tal fest und können nicht zurück zu ihren Familien, da die Taliban anscheinend in gewissen Gebieten wieder auf dem Vormarsch sind und der Weg zurück nach Kabul zu gefährlich wäre. Einem der beiden Männer tränen beim Erzählen die Augen. Auch wir sind gerührt und drücken unser Mitgefühl aus.

Um ein unbeschreibliches Erlebnis reicher machen wir uns am Mittag auf die Weiterfahrt. Der Jeep bringt uns auf holprigen Strassen durchs Wakhan Tal und danach auf dem Pamir Highway zurück nach Khorog.

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