China

25.9. - 18.11.2013

Statistik China

  1. 54 Tage im Land
  2. 47 Nächte in Hotel
  3. Keine Nächte bei Privat
  4. 7 Nächte im Zelt
  5. 23 Tage im Sattel
  6. 1335 km / 19008 hm
  7. 5 Pannen

Aufklärungsarbeit am chinesischen Zoll

Nach dem kirgisischen Zoll müssen wir im Niemandsland zwei Stunden vor einem grossen Eisentor warten, bis der chinesische Transport eintrifft. Diesen müssen alle Individualreisende organisieren, da man auf dem 100 km langen Abschnitt zwischen den zwei chinesischen Grenzposten nicht selber fahren darf. Als der Wagen eine Stunde verspätet eintrifft, werden wir zur Begrüssung gleich mal angeschnauzt, weil wir ein Fahrrad dabei haben. Welch netter Empfang! An dem Kommunikationsproblem zwischen dem CBT Office und dem Transportunternehmen tragen wir natürlich absolut keine Schuld. Wir können von Glück reden, dass sie uns mit einem geräumigen Minivan abholen und wir alles ohne Probleme verstauen können.

Am ersten der zwei Grenzposten wird unser Gepäck gründlich durchsucht. Sie fragen uns, ob wir Messer, Kartenmaterial und verbotene Bücher dabei haben und wollen die eBook-Reader sehen. Sie klicken sich frisch-fröhlich durch unsere MacBooks und schauen sich Fotos an, auch auf unseren Kameras. Ausserdem verteilen sie den gesamten Inhalt unserer Taschen auf dem Tisch: vom Pfannendeckel bis zur schmutzigen Unterwäsche.

Marcel steht mit meiner Tasche am Tisch nebenan. Plötzlich höre ich einen der Zollbeamten rufen “What’s this?”. Er streckt einen Tampon in die Höhe, sechs Augenpaare schauen mich fragend an. Das darf doch nicht wahr sein! Da steht eine Gruppe erwachsener Männer und keiner hat eine Ahnung, was mit diesem Baumwollstöpsel anzufangen ist?

Ach, den kann man für alles mögliche verwenden. Bei Nasenbluten zum Beispiel. Oder um lange Busfahrten mit Durchfall zu überstehen.

Natürlich kommt uns dieser Blödsinn in diesem Moment nicht in den Sinn. Stattdessen versucht es Marcel mit “blood” und “monthly”, ich mit “period” und “lady stuff”. Keine Reaktion. Unser Fahrer eilt zur Hilfe und klärt die Runde auf, worauf die Männer in peinlich berührtes Lachen ausbrechen.

“What’s this?”, höre ich schon wieder. Sie haben meinen p-Style entdeckt: ein Plastiktrichter, mit dem auch Frauen (fast) überall und jederzeit im Stehen pinkeln können. Marcel schmunzelt schadenfreudig und fordert mich auf, die Runde aufzuklären. Ich habe schlicht nicht den Nerv für eine Pantomime-Einlage oder lange Diskussionen. Ungeachtet der Fragen oder Fantasien, die es in den Köpfen der Männer auslösen mag, antworte ich mit einer abwinkenden Handbewegung: “Aaah, lady stuff”.

Das war wohl zuviel des Guten für einen Morgen. Die Männer geben sich geschlagen und lassen die seltsamen Aliens ziehen. Nihao China!

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