Griechenland

1.12.12 - 15.2.13

Statistik Griechenland

  1. 75 Tage im Land
  2. 28 Nächte in Hotel
  3. 20 Nächte bei Privat
  4. 27 Nächte im Zelt
  5. 39 Tage im Sattel
  6. 1943 km / 21035 hm
  7. Eine Pannen

Genuss ist Geschmacksache

Als ich dem Besitzer unseres Guesthouses “Nora” erzähle, dass im Winter kein Bus nach Omalos fährt und wir deshalb noch nicht wissen, ob wir per Mietauto oder per Fahrrad auf das 1200m.ü.M. gelegene Plateau fahren, schaut er mich verständnislos an und meint besorgt: “By bicycle? You will not enjoy it”. Es sei steil, vor einigen Tagen hätte es bis in Tiefe Lagen geschneit und die Strasse könne vereist sein. In der Nacht träume ich von anderen Radfahrern, die auf halber Strecke wieder umkehren, weil ihnen beinahe Hände und Füsse abgefroren sind. Wenn das kein Zeichen ist! Während des Früstücks entscheiden wir uns trotz aller Bedenken gegen das Auto. Was kann schon Schlimmes passieren? Wenn es zu kalt oder zu eisig wird können wir jederzeit umkehren. Klarer Fall, wir strampeln hoch.

Kurz nachdem wir die Hafenstadt Chania hinter uns gelassen haben wimmelt es von Orangenbäumen. Die Früchte sind in voller Reife und leuchten im Kontrast zu den verschneiten Bergspitzen im Hintergrund. Vor uns der Schnee, hinter uns das Meer. Dazu strahlender Sonnenschein, einfach herrlich. Die Strasse führt uns bei angenehmer Steigung immer weiter in die Höhe, vorbei an kleinen Bergdörfern und Tausenden von Olivenbäumen. Immer wieder halten wir an und geniessen die fantastische Aussicht.

Ein paar hundert Meter vor dem höchsten Punkt ist er plötzlich da: der Schnee. Der erste Kontakt mit ihm auf unserer Reise, und das auf unserem Winterdomizil Kreta. Die Strasse ist frei und trocken, so dass wir ohne Probleme den Gipfel erreichen. Das Omalos-Plateau liegt vor uns. Eine gewaltige, von Bergen umgebene Ebene. Im Sommer werden täglich über 1000 Touristen hochgekarrt, welche die Samariaschlucht durchwandern. Wir sind praktisch alleine unterwegs, nur ab und an überholt uns ein Auto.

Wir haben Glück, eine der Tavernen auf dem Plateau ist trotz Nebensaison geöffnet. Mit einer Bohnensuppe stärken und wärmen wir uns für die lange Abfahrt. Wie auch schon beim Aufstieg muss ich immer wieder an die Worte “You will not enjoy it” denken. Und ob! Genuss ist und bleibt eben Geschmacksache.​

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