Mongolei

1.5. - 15.7.2014

Statistik Mongolei

  1. 76 Tage im Land
  2. 41 Nächte in Hotel
  3. 3 Nächte bei Privat
  4. 31 Nächte im Zelt
  5. 45 Tage im Sattel
  6. 2447 km / 20854 hm
  7. 8 Pannen

Planwechsel

Ich bin ziemlich überrascht, als Alena eines Tages plötzlich wieder das Thema Afrika anspricht. Wir hatten uns in China eigentlich entschieden, unsere Reise nach der Mongolei in Russland fortzusetzen und danach über Skandinavien zurück in die Schweiz zu fahren. Dies hatten wir bereits unseren Eltern mitgeteilt, welche sich schon auf unsere Rückkehr gegen Ende Jahr freuten. Und nun dies. Im ersten Moment bin ich ziemlich überfordert und schweige mich zu dem Thema aus. Aber der Gedanke, dass die Reise im Dezember „schon” zu Ende sein soll, kommt mir doch komisch vor und das Radeln durch Afrika würde auch mich reizen. Heimlich checke ich die Flugverbindungen und stelle mit Erstaunen fest, dass diese recht günstig sind. Und so begeistere auch ich mich dafür, unser Abenteuer auf einem anderen Kontinent fortzusetzen.​

Zum Glück haben wir eine Zeit lang keine Möglichkeit, den Flug zu buchen. Denn wieder kommt es anders als geplant: eines Abend entdecke ich an unserer Rohloff-Nabenschaltung erneut einen Flanschbruch. Wir sind völlig vor den Kopf gestossen. In Bangkok und in Peking hatten wir extra noch einen Rohloff Importeur aufgesucht, um die Speichenspannung und alles zu überprüfen. Und jetzt so was, nur 700 Kilometer später. Sofort ist uns klar, dass dies alles auf den Kopf stellen wird. Denn weder in der Mongolei noch in Afrika oder Russland können wir das Gehäuse der Nabe auswechseln. Noch am gleichen Abend fassen wir den Entschluss: wir fliegen nach Hause. Da der Bruder von Alena Mitte Juli heiratet, lässt sich dies gut mit einer Überraschung während der Hochzeitsfeier verbinden.​

Ein Monat später sind wir also statt auf dem Weg nach Russland wieder zurück in Ulan Bator, wo wir nach dem jährlichen Naadam Festival in den Flieger steigen werden. Trotz der vielen gröberen Pannen haben wir es geschafft, die gesamte Strecke in der Mongolei fahrend oder schiebend hinter uns zu bringen. Darüber sind wir sehr glücklich! Die Mongolei war in vieler Hinsicht so, wie wir uns das erträumt hatten. Vieles hat uns aber auch enorm überrascht. Nie hätten wir zum Beispiel eine solche Auswahl an Lebensmitteln erwartet. Als wir uns mit der Mongolei befassten, lasen wir immer wieder von den schlechten Versorgungsmöglichkeiten. Uns prägte sich ein Bild von leergeräumten Läden ein. Deshalb besuchten wir in Peking extra noch den Friendship Store, einen Laden mit zahlreichen importierten Produkten, und schlugen dort kräftig zu. Dies hätten wir uns definitiv sparen können, denn die Auswahl hier in der Mongolei übertraf die Auswahl in Peking bei Weitem. Auf unserer ganzen Reise durch die Mongolei fanden wir in jedem noch so kleine Kaff irgend etwas, womit wir wieder für ein paar Tage über die Runde kamen. Erstaunt waren wir über die zahlreichen aus Deutschland importierten Produkte. Die “Gut und Günstig” Linie von Edeka war hier gross im Angebot. So genossen wir beinahe täglich leckere Pommes Chips und im Porridge zum Frühstück gab es jeweils Studentenfutter. Die grösste Überraschung war aber, als wir am ersten Tag in Ulan Bator den State Departement Store betraten. Wir trauten unseren Augen nicht: In der Bäckerei entdeckten wir einen Butterzopf und eine Bündner Nusstorte. Wir flippten beinahe aus und die Verkäuferin hinter der Thecke schaute uns nur entgeistert an. Sie fragte sich wohl was mit uns beiden genau falsch läuft. Wir auf jeden Fall fühlten uns im Paradies.​

Ebenalls paradiesisch war für uns die Gastfreundschaft im Norden der Mongolei. Das war schlicht überwältigend. Kaum hatten wir uns jeweils irgendwo niedergelassen, stand auch schon bald ein Mongole bei uns. Oft kriegten wir Joghurt, Milch, Käse, Fleisch oder Brot geschenkt. Einmal rannte ein Mädchen sogar um einen halben See, um uns ein Glas mit Joghurt zu überreichen. Einfach unvergesslich.​

Mit diesen schönen Eindrücken schliessen wir das Kapitel Asien ab und freuen uns auf eine ganz neue Welt.​

Kommentare

Hallo ihr Zwei! Wir verfolgen eure Reise schon seit einiger Zeit und lesen immer gerne eure spannenden, differenzierten und ehrlichen Berichte. Toll, dass ihr euch nun für Afrika entschieden habt! Wir sind seit April 2014 mit dem Velo unterwegs, zur Zeit gerade in Kirgistan. Alles Gute in Afrika und keep on pedalling! Liebe Grüsse Nora & Miguel

Alena 05. September 2014, um 15:41 Uhr

Hallo Nora & Miguel

Schön von euch zu hören! Jetzt haben wir eine Webseite mehr zum «mitreisen», das ist toll. Dank euch bin ich gerade wieder gedanklich ins faszinierende China eingetaucht. Geniesst es und schlägt euch die Bäuche voll! Wir sind gespannt, wo euch eure Reise noch überall hinführen wird - wir bleiben dran. ;-) Happy trails!

Kommentar hinterlassen