Tadschikistan

8.7. - 21.8.2013

Statistik Tadschikistan

  1. 44 Tage im Land
  2. 20 Nächte in Hotel
  3. 2 Nächte bei Privat
  4. 22 Nächte im Zelt
  5. 19 Tage im Sattel
  6. 1035 km / 11486 hm
  7. Eine Pannen

Speck weg

Zuerst müssen wir auch in Tadschikistan gegen Wind und Hitze ankämpfen. Kurz vor den ersten beiden 3’000 Meter Pässen zelten wir an einem schönen See. Endlich kommt am Abend die erhoffte Abkühlung und wir geniessen die wunderschöne Landschaft. Doch leider wird es nichts mit einer Pässefahrt am nächsten Tag. Ein erstes Mal schlägt die Seuche zu. Alena liegt mit Fieber, Schüttelfrost und Durchfall flach. Ein erster Verdacht fällt auf Überhitzung. Doch als auch am nächsten Tag keine Besserung eintritt, ist für uns klar, dass wir die Pässefahrt im Auto verbringen werden. Wir verabschieden uns von Philipp und Manuela, welche wir in ein paar Tagen in Dushanbe wieder treffen werden. Alena und ich ziehen uns in ein Hotel zurück. Dort erwischt es dann auch mich. So liegen wir während drei Tagen in einem ziemlich heruntergekommenen Hotelzimmer im Norden Tadschikistans.

Die Fahrt im Auto nach Dushanbe erweist sich als beinahe anstrengender als auf dem Fahrrad. Die Strasse ist in einem üblen Zustand und wir werden kräftig durchgeschüttelt. Beim zweiten Pass, dem Anzobpass, erwartet uns ein Höllenschlund. Unglaublich, was hier als Tunnel auf einer Hauptverbindungsachse dient. Kein Licht, keine Belüftung, riesige Schlaglöcher, Steine, überall Wasser, aus dem Boden ragende Armierungseisen. Und dies während 5 Kilometern. Dies wäre mit dem Fahrrad zu einer Horrorfahrt geworden. Der Rest der Strecke lässt unser Radlerherz bluten; wie schön wäre es gewesen, diese Strecke mit dem Pino zurückzulegen. Die Landschaft fliegt im Auto nur so an einem vorbei.

In Dushanbe erholen wir uns eine Woche lang, während Philipp und Manuela ihr Visum verlängern. Für zwei zusätzliche Wochen warteten sie eine Woche.

Neu zu fünft verlassen wir die Stadt in Richtung Pamir. In Dushanbe stiess noch Esther zu uns. Sie ist eine Kollegin von den beiden und reist nun einen Monat mit ihnen durch Tadschikistan. Wie es der Zufall so will, kennen sich Esther und Alena vom Trampolinspringen. Ein Wiedersehen nach 17 Jahren.

Der erste Teil der Strecke nach Khorog führt dem Fluss Vakhsh entlang. Hier wird gerade an einem der grössten Staudämme der Welt gebaut. Die ganze Gegend wird in ein Paar Jahren geflutet werden. Dementsprechend ist auch der Zustand der Strasse. Wer nimmt schon Geld in die Hand, um eine dem Untergang geweihte Strasse zu sanieren? Dafür entschädigt die Landschaft für die Strapazen. Wunderschöne Berge, herrliche Schluchten, grüne Wiesen und ein Fluss mit riesigen Deltas begleiten uns während der Fahrt.

Als wir uns in der Anfahrt zum 3’252 Meter hohen Sagaridashtpass befinden, schlägt die Seuche wieder zu. Nach dem Mittagshalt wird es mir plötzlich übel und kurze Zeit später liege ich irgendwo zwischen Büschen. An Fahrradfahren ist heute nicht mehr zu denken. Dankend nehmen wir im nächsten Dorf eine Einladung von einer Familie zum Übernachten an.

Am nächsten Tag geht es mir schon wieder einiges besser und wir setzen die Fahrt fort. Der Pass zieht sich lange den Berg hoch. Eine anstrengende Sache mit dem Pino, aber wir schaffen es und die Freude oben auf dem Pass ist riesig. Die anschliessende Abfahrt ist einfach unbeschreiblich. Die Strasse schlängelt sich in den Felsen den Berg runter. Wir geniessen die Schussfahrt und sind noch während dem Abendessen wie berauscht von den Eindrücken.

Der nächste Morgen bringt dann wieder eine Ernüchterung. Nun hat es Esther erwischt und nach 6 Kilometern geht es nicht mehr weiter. In Kalaichum suchen wir uns ein Guesthouse. Esther versucht sich zu erholen und wir anderen geniessen die Aussicht über den Grenzfluss nach Afghanistan. Ein komisches Gefühl, wenn man nur noch einen Steinwurf von einem Land entfernt ist, über welches man in unseren Medien nur Schreckensmeldungen hört. Im Verlaufe des Tages ist klar, dass Esther auch am nächsten Tag nicht weiterfahren kann. Sie wird auf ein Auto umsteigen, während wir anderen mit dem Fahrrad weiterfahren.

Doch die Seuche hat einen anderen Plan. Während der Nacht erwischt es Alena und so fahren am nächsten Tag nur Philipp und Manuela in Richtung Khorog. Wir erholen uns zwei weitere Tage und verladen anschliessend unser Gepäck in einen Opel Astra und schnüren das Fahrrad von Esther und unser Pino aufs Dach. Einmal mehr sind wir erstaunt, was in diesen Ländern alles in und auf ein Auto passt. Und einmal mehr reut es uns, eine wunderschöne Strecke nicht mit dem Rad fahren zu können.

Nach den vielen Krankheitstagen haben wir nicht mehr viel Speck auf den Rippen und die Hosen sind uns viel zu gross. Neuer Diät-Tipp: 3 Wochen Ferien in Tadschikistan.

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