China

25.9. - 18.11.2013

Statistik China

  1. 54 Tage im Land
  2. 47 Nächte in Hotel
  3. Keine Nächte bei Privat
  4. 7 Nächte im Zelt
  5. 23 Tage im Sattel
  6. 1335 km / 19008 hm
  7. 5 Pannen

Stäbchen gegen Reisnudeln

Der Einstieg in China könnte sanfter kaum sein. Die Einwohnerzahl Kashgars beträgt nicht mal eine halbe Million - für China eine Kleinstadt. Zudem treffen wir im alten Stadtkern (von dem leider nicht mehr viel übrig ist) auf viele Uiguren, die an jeder Strassenecke Hammel rösten. Für uns nach Zentralasien ein vertrautes Bild. Trotzdem kommen wir im modernen Teil der Stadt nicht aus dem Staunen raus und die Hochhäuser, Konsumtempel, Elektroscooter und blinkenden Lichter erschlagen uns beinahe.

Im Hostel treffen wir auf viele Tourenradler, die hier alle ihre Weiterreise durch China planen. Am ersten Abend stürzen wir uns zusammen mit den beiden Österreichern Heidi und Markus in ein Hotpot Restaurant und stellen uns einer grossen Herausforderung: Wie kriege ich mit Stäbchen diese glitschigen, viel zu langen Reisnudeln aus dem Fonduetopf? Wir unterhalten mit unserer Gaudi das gesamte Restaurant. Es ist absolut fantastisch, wie viele ungewohnte Geschmäcker sich allein am ersten Abend in unseren Gaumen entfalten. An die Schärfe müssen wir uns erst noch gewöhnen.

Heidi und Markus reisen vor uns weiter, geplante 48 Stunden mit dem Bus nach Xining. Lieber sie als wir! Aber auch die Vorstellung, die Taklamakan-Wüste zu durchradeln, finden wir wenig prickelnd. So schön ihr Name auch klingt - 1000km durch ewig gleiche Landschaft zu strampeln, dafür ist uns unser Visum zu schade. China bietet so viel Abwechslung, da wollen wir unsere Zeit lieber in interessanteren Gegenden verbringen. Deshalb planen wir, mit dem Zug weiter zu reisen. Das dauert zwar einen Tag länger als mit dem Bus, dafür ist es einiges komfortabler.

Blöd nur, dass gerade der Nationalfeiertag und somit die grossen Ferien vor der Tür stehen. Der Zug ist auf eine Woche ausgebucht. So bleibt uns nichts anderes übrig, als Tickets für die lange Busfahrt zu kaufen. Immer noch besser als rumsitzen und warten. Denken wir uns zu diesem Zeitpunkt noch.

Auf eines haben wir uns schon lange gefreut: auf den sonntäglichen Viehmarkt. Seit über 2’000 Jahren wird auf diesem grössten Markt in ganz Zentralasien mit Nutztieren gehandelt. Sehr spannend zu beobachten, wie über Kamele, Yaks, Schafe und Pferde gefeilscht wird und die Geschäfte per Handschlag geschlossen werden. Zimperlich wird mit den Tieren nicht umgegangen. Ziegen fliegen vom und auf den Laster und Schafe werden so eng um die Hälse zusammen gebunden, dass manche fast ersticken. Einige segnen noch auf dem Platz das Zeitliche und werden in den Garküchen des Marktes frisch verarbeitet.

Inmitten des bunten Treibens treffen wir auf Rosy und Andy, zwei Tourenfahrer aus der Schweiz. Auf dem Rückweg in die Stadt erfahren wir, dass Rosy Marcels Schwester Karin kennt, und dass sie von einer gemeinsamen Freundin bereits von uns gehört haben. Einmal mehr: die Welt ist klein! Später tauschen wir beim Kampf Stäbchen gegen Aubergine Reiseerlebnisse aus. Leider bleibt uns nur ein Abend, da wir uns am nächsten Tag in den Bus setzen und sie die Wüste unter die Räder nehmen.

Kommentar hinterlassen