Türkei

14.2. - 19.3. und 6.5 - 15.5.2013

Statistik Türkei

  1. 43 Tage im Land
  2. 37 Nächte in Hotel
  3. 1 Nacht bei Privat
  4. 5 Nächte im Zelt
  5. 11 Tage im Sattel
  6. 480 km / 3392 hm
  7. Keine Pannen

Visamarathon

Wir quartieren uns für 3 Wochen in Istanbul ein. Erstens freuen wir uns auf zahlreichen Besuch aus der Heimat und zweitens wollen wir die nötigen Visas für die Weiterreise organisieren. Etwas abseits der Touristenhochburg haben wir uns ein Appartement gemietet und freuen uns, hier mal wieder einige Zeit in den “eigenen” vier Wänden zu verbringen. Den Visarun starten wir am Tag nach der Ankunft im iranischen Konsulat. Die Morgenrushhour im Tram überrascht uns und so kommen wir erst gegen 10.00 Uhr im Konsulat an, welches total überfüllt ist. Wir kriegen eine Nummer zugeteilt. Nur blöde, dass die Zahlen nur in Türkisch und Farsi ausgerufen werden. Wir verstehen kein Wort und fragen nach. Die iranische Hilfsbereitschaft bekommen wir hier schon zu spüren. Nebst der Information welche Nummer gerade ausgerufen wurde, kriegen wir auch noch Emailadressen wo wir uns melden sollen wenn wir im Iran sind. Die ersten Einladungen also bereits bevor wir überhaupt das Visum in der Tasche haben. Als wir nach ca 1 Stunde warten an der Reihe sind kommt der erste Dämpfer. Der Code, welchen wir über eine Agentur organisiert haben und uns einen erleichterten Erhalt des Visums garantieren sollte, ist nicht in Istanbul eingetroffen. Wir sollen ihn über die Agentur nochmals senden lassen und danach zurückkommen. Etwas beunruhigt versenden wir ein Email an die Agentur und machen uns auf den Weg zum usbekischen Konsulat, welches ca 1.5 Sunden Busfahrt ausserhalb der Stadt liegt. Um ca. 14.30 Uhr treffen wir dort ein. Das Konsulat sollte ab 15:00 Uhr geöffnet sein. Doch um 16:00 Uhr sitzen wir immer noch draussen in der Kälte und der Herr Vizekonsul wohl bei einem etwas ausgedehnten Mittagessen. Als er um 16:15 Uhr endlich vorfährt freuen wir uns schon. Doch nach einer weiteren Viertelstunde lässt er uns wissen, dass er heute keine Zeit mehr für Visaanträge habe und wir in 2 Tagen nochmals vorbeikommen sollen. Genervt fahren wir zurück in die Stadt. Zu Hause erhalten wir dann eine beruhigende Email der Agentur betreffend dem Code fürs Iran Visum. Dies könne vorkommen und der Code sei nochmals versendet worden. Deshalb machen wir uns am nächsten Tag wieder auf zum iranischen Konsulat. Nach ca 30 Minuten warten wird uns mittgeteilt, dass der Code noch nicht da sei, aber sie würden ihn noch in einem anderen Büro suchen, wir sollen in 2 Stunden nochmals vorbeikommen. Nach 2 Stunden sind wir zurück und wir warten nochmals ca. 1 Stunde. Dann wird uns mittgeteilt, dass die für die Bearbeitung der Codes zuständige Person gerade im Iran in den Ferien sei und diese erst am Montag wieder zurück in Istanbul sei. Wir sollen deshalb am Montag nochmals zurückkommen. Super Sache. Nach 2 Tagen Visaruns und unzähligen Stunden Warte- und Fahrtzeit haben wir noch nicht einmal einen Visaantrag platzieren können. Wenn dies so weiter geht, dann müssen wir unseren Aufenthalt hier noch etwas verlängern. 

Am Freitag machen wir uns nochmals auf den Weg zum usbekischen Konsulat und heute hat der Herr Konsul sogar Zeit für uns. Wir werden sogar an der ganzen Warteschlange vorbeigewunken und können unseren Antrag platzieren. In einer Woche dürfen wir uns telefonisch melden und uns nach dem Status unseres Visantrages erkundigen. 

Am Montag finden sie auch auf dem iranischen Konsulat endlich unseren Code. Auch hier dürfen wir den Antrag für ein Visum platzieren und wir sollen am Freitag mit unseren Pässen zurückkommen. 

Gesagt getan, am Freitag machen wir uns voller Hoffnung auf den Weg. Der Türsteher beim iranischen Konsulat kennt uns nun bereits und begrüsst uns sogar mit einem Lachen. Sofort werden wir bedient. Die Pässe müssen wir beim Konsulat lassen, auf der Bank gegenüber je 50 Euro einzahlen und um 15:00 Uhr sollen wir wiederkommen. Auch der Anruf beim usbekischen Konsul wird positiv beantwortet. Die Visas seien eingetroffen und können heute zwischen 15 und 16 Uhr abgeholt werden. Wir können unser Glück kaum fassen und denken schon, dass wir heute Abend auf 2 Visas anstossen können. Doch weit gefehlt, als wir pünktlich um 15:00 Uhr unser Iranvisum abholen wollen heisst es zuerst wieder warten. Nach ca 15 Minuten hält mir der nette Schalterbeamte das Telefon entgegen. Eine Stimme erklärt mir, dass der Herr Konsul um 14:55 Uhr in ein Meeting gegangen sei und nun für ca 1.5 Stunde nicht gestört werden kann. Entweder wir warten hier bis er zurück ist oder aber wir müssten danach eine weitere Woche auf das Visum warten, da er danach in den Iran reise und niemand die Visum unterschreiben könne. Eine tolle Auswahl, welche er uns hier gibt. Wir entscheiden uns für das kleinere Übel von 1.5 Stunden warten. Damit ist das Abholen des usbekischen Visums für heute Geschichte.

Alena nutzt die weitere Wartezeit im Konsulat für ein Nickerchen und der nette Schalterbeamte hat nach einer Weile auch erbarmen und stellt extra für uns den Fernseher ein. Dort läuft eine iranische Soap, übelste Schublade. Also eine so schlechte Sendung habe ich noch nie gesehen und ich wünschte mir der Herr hätte seine gutgemeinte Geste sein lassen. Nach 2.5 Stunden werden wir dann erlöst. Nach genau 6 Besuchen und über 6 Stunden Wartezeit ruft uns der Schalterbeamte zu sich. In der Hand hält er unsere beiden Pässe mit den unterschriebenen Visas. Mit einem riesigen Strahlen im Gesicht und der Hand auf dem Herz überreicht er uns die Visas und meint: “Here you gou! Enjoy your time in Iran.” Uns läuft es kalt den Rücken runter. Wir freuen uns riesig.

Am Montag fahren wir erneut die weite Strecke zum usbekischen Konsulat. Der Herr Vizekonsul überrascht uns, als auch er beim Überreichen der Visas ein Lächeln über seine Lippen bringt. Wir steigen in ein Taxi und fahren aufgeregt ans andere Ende der Stadt zum turkmenischen Konsulat. Für das 5 Tage Transitvisum benötigt man das usbekische Visum bereits im Pass, ansonsten kann man den Antrag nicht platzieren. Um 11:30 Uhr treffen wir dort ein und können sofort an den Schalter. Der grimmige Herr hinter der Scheibe mustert unsere Pässe genau. Nach gefühlten 5 Minuten teilt er uns mit, dass er kein Englisch spreche und wir doch morgen nochmals kommen sollen. Was? Am liebsten hätte ich ihn auf den Mond geschossen, doch Alena schreitet beruhigend ein. Ihre Frage ob dann morgen jemand dort sei der Englisch spricht beantwortet der Herr in beinahe akzentfreiem Oxfordenglisch mit “yes”. Da der Visumantrag doch ca. eine Stunde in Anspruch nimmt hatte der Herr wohl Angst, seine Mittagspause nicht rechtzeitig um 12:30 Uhr beginnen zu können. 

Wir gönnen uns einen kleinen Mittagssnack und machen uns danach auf die Suche nach dem tadjikischen Konsulat. Von diesem haben wir eigentlich im Internet nur eine Adresse gefunden, sind aber nicht sicher ob es dies überhaupt gibt und ob wir auch tatsächlich einen Antrag platzieren können. Ein freundlicher Busfahrer hilft uns bei der Suche und tatsächlich finden wir an der Adresse das Konsulat. Als wir beim Aushang die verschiedenen Öffnungszeiten zu interpretieren versuchen öffnet sich die Tür zum Konsulat und ein Herr kommt raus. Die Frage ob das Konsulat geöffnet sei beantwortet er uns mit “ja in 15 Minuten” und fragt ob wir denn schon bei der Bank waren. Wir schauen ihn fragend an und er erklärt uns, dass wir zuerst auf der Bank je 50 Dollar einbezahlen sollen, damit nachher die Visumaustellung ohne Verzögerungen von statten gehen kann. So einfach denken wir uns und machen uns auf den Weg zur Bank, bezahlen je 50 USD und gehen zurück zum Konsulat. Es stellt sich heraus, dass der nette Herr der Herr Konsul ist. Er bittet uns in sein Büro, überreicht uns als erstes eine Landkarte von Tadjikistan und dazu noch einige Postkarten. Wir dürfen uns sogar setzen. Nach ca. 45 Minuten haben wir unser 45-Tagevisum und auch die Genehmigung für die Pamirregion in unseren Pässen. Er erklärt uns, dass Tadjikistan den Tourismus fördern will. Daran dürften sich die anderen zentralasiatischen Länder gerne ein Beispiel nehmen. 

Am Dienstag fahren wir dann nochmals zum turkmenischen Konsulat. Ein anderer Herr sitzt hinter dem Schalter. Als erstes frage ich ihn nett, ob er den auch Englisch spreche. Bestimmt und stolz antwortet er: “Yes, of course”. Ich gebe ihm zu verstehen, dass wir gerne ein Transitvisum beantragen würden, Alena reicht noch nach: “Ein 5-Tages Transitvisum”. Der Herr lacht und das Eis ist gebrochen. Innerhalb einer Stunde ist der Antrag platziert und wir dürfen das Visum in einer Woche abholen. Wir verlängern unseren Aufenthalt hier in Istanbul um einen Tag. Die Verlängerung hier lohnt sich, da wir dadurch nicht nach Ankara reinfahren müssen. 

Die Visabeschaffung kostete viel Zeit und Nerven, hatte aber auch Positives an sich. Nebst Einladungen von Iranern und Begegnungen mit anderen Reisenden kamen wir so auch in Stadtteile von Istanbul, welche wir sonst nicht gesehen hätten. 

Kommentare

Julius 13. März 2013, um 20:23 Uhr

Nein, es gibt ihn also wirklich… DEN Blog… YEAH, they did it

Nice, auch wenn ich schon jetzt viele Fragen habe. Wie kommt man zurueck zur Startseite? Kann man auf den Blog auch anders als ueber die Karte zugreifen? Bin ich der Erste, der einen Kommentar hinterlaesst? Geht es euch gut? Wieviele Speichen haben eure Raeder?

Seid, gegruesst liebste Schweizer und herzlich willkommen im Internet

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